Letzte Woche wurde verkündet, dass ROTTLER Pleines Fashion Optik und Hörakustik übernimmt. Das sind immerhin 24 neue Geschäfte, die sicherlich größere Veränderungen, Chancen, aber eventuell auch Herausforderungen für das Unternehmen ROTTLER mit sich bringen. Optikernetz hat hierzu mit dem Geschäftsführer, Paul Rottler, gesprochen.

Herr Rottler, bleibt Pleines Pleines, oder werden die Betriebe in ROTTLER-Filialen umgewandelt?

Die erste Priorität ist, dass die Mitarbeiter und Kunden weiter glücklich sind. Das muss zuerst sichergestellt werden. Danach werden wir weiter analysieren und eine Entscheidung treffen. Ich gehe aber davon aus, dass aus „orange“ auch irgendwann „grün“ wird.

Einige Pleines-Betriebe sind bereits Innungsmitglieder. Was ändert sich nun? Werden die Betriebe nach Übernahme durch ROTTLER auch Innungsmitglieder werden?

Aktuell bleibt alles so wie es ist. Auch ROTTLER ist mit vielen Standorten Innungsmitglied

Was bedeutet die Übernahme für die Mitarbeiter?

ROTTLER-Geschäftsführer Paul Rottler

ROTTLER-Geschäftsführer Paul Rottler

Mit Sicherheit wird es ein paar Veränderungen geben – mit dem Ziel die Mitarbeiter glücklich zu machen. Grundsätzlich sind sie über die gemeinschaftliche Einkaufsgruppe Opticland bereits mit unseren Produkten und Lieferanten vertraut.

Wie sieht es mit den aktuellen Azubis bei Pleines aus? Wird es durch die Übernahme zu Veränderungen in den Ausbildungsabläufen kommen?

Offen gesprochen bin ich noch nicht im Bilde, wie die Ausbildung bei Pleines organisiert ist. Aber wir bei ROTTLER haben den Anspruch, dass wir eine interessante und anspruchsvolle Ausbildung bieten. Wir betreiben eine eigene Ausbildungswerkstatt und ein interner Ausbilder begleitet unsere Azubis.

Was macht die neuen Standorte so attraktiv für ROTTLER?

Es ist für uns eine ideale Flächenerweiterung ohne Standortüberschneidung.  Wir haben unseren Fokus auf Nordrhein-Westfalen und den südlichen Teil von Niedersachen gelegt. Die Pleines-Gruppe ist eine ideale Ergänzung.

Pleines hat sich mit besonderen Services und Marketinginstrumenten am Markt etabliert, wie z.B. der 6-Wochen-Preisgarantie. Werden Sie die Konzepte von Pleines beibehalten.

Die Konzepte von Pleines und ROTTLER sind sehr ähnlich. Wir haben unser Versprechen „ROTTLER macht mich glücklich“ und damit verbunden ist ein hoher Anspruch an Dienstleistung und Service, sowie ein hervorragendes Preis- Leistungsversprechen.

In welche Richtung wird die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens gehen?

Wir planen einen weiteren Ausbau der Marke ROTTLER mit eigenen Betrieben sowie Franchisepartnern und beschäftigen uns stark mit der Digitalisierung. Eine Vernetzung zwischen online und offline ist ein entscheidender Faktor für die Zukunft.

Sie haben die Nachfolge des Familienunternehmens vor wenigen Jahren übernommen. Wie unterscheidet sich aus Ihrer Sicht die junge Generation von Unternehmern in der Augenoptik von der vorausgegangenen?

Die Geschwindigkeit, in der sich Gesellschaft und Wirtschaft verändern, hat deutlich zugenommen. Daher muss die Handlungsfähigkeit und Geschwindigkeit auch in der Optik weiter zunehmen. Hierzu kommt, dass die Konkurrenzsituation durch Investoren und Lieferanten in den letzten Jahren eine andere geworden ist, was neue und andere Herausforderungen mit sich bringt.

Welchen Tipp können Sie jungen Unternehmern in der Augenoptik geben, um sich stark für die Zukunft zu machen?

Grundsätzlich muss man entscheiden, ob man sich einem Partner mit Strukturen und Konzepten anschließt, oder seine eigene Positionierung findet. Dies kann z.B. im spezialisierten optometrischen Bereich sein. Orte, an denen man einfach ein Optikgeschäft eröffnet, weil kein anderes da ist, gibt es schon lange nicht mehr. Ich freue mich über jedes neue Konzept in der Optik. Das bringt immer Bewegung und neue Denkansätze in die Branche.

Vielen Dank für das Interview, Herr Rottler.

 



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