Am 1. Juli 2019 wird die Verdienstgrenze für Midi-Jobs von 800 auf 1300 Euro angehoben. Der so entstehende neue „Übergangsbereich“ ersetzt die „Gleitzone“. Im Vergleich zu Mini-Jobs ist der Gesamtaufwand für Arbeitgeber bei einem Midi-Job geringer. Geringere Sozialabgaben können den Midi-Job auch für Arbeitnehmer attraktiv machen.

Vor allem für kleinere Augenoptikbetreibe, die auf ergänzende Hilfe durch Minijobber setzen, kann die Beschäftigung einer Midi-Job-Kraft vorteilhaft sein. Mini-Jobber sind zwar flexibler einzusetzen, allerdings ist der Leistungsumfang zeitlich begrenzt. In Anbetracht des zu berücksichtigenden Mindestlohns (derzeit 9,19 Euro/Stunde) liegt die maximale monatliche Arbeitszeit bei nicht einmal 49 Arbeitsstunden. Ist der Stundenlohn höher angesetzt, reduzieren sich die Arbeitsstunden entsprechend. Midi-Jobber können nicht von dem „brutto gleich netto“-Prinzip profitieren, das Mini-Jobs so attraktiv macht (Minijobber können auf das Einzahlen von Beiträgen zur Rentenversicherung verzichten). Da Midi-Jobber die 450-Euro-Grenze überschreiten, sind sie nämlich sozialversicherungspflichtig. Allerdings muss nur der Arbeitgeber die vollen Beitragsanteile zahlen. Der Arbeitnehmer zahlt einen reduzierten Beitragsanteil zur Sozialversicherung ein. Im Gegensatz zur für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer üblichen Beitragsbelastung (ca. 21 Prozent des Arbeitsentgelts) steigt die Abgabelast für Midi-Jobber progressiv an. Die Höhe der Belastung wird über eine Formel ermittelt.

Entsteht ab dem 1. Juli 2019 in Ihrem Betrieb ein Eintritt in den Übergangsbereich, so müssen das Arbeitnehmer nicht gesondert melden.  Das Kennzeichen „Übergangsbereich“ ist erst bei der nächsten anstehenden Entgeltmeldung (z. B. Jahresmeldung oder Unterbrechungsmeldung) zu setzen.

Ein Plus für Arbeitnehmer: Mit einem Midi-Job können Ansprüche auf Arbeitslosengeld 1 erworben werden. Weiterhin können Arbeitnehmer ab Juli Rentenansprüche auf das tatsächliche Arbeitsentgelt erwerben und nicht, wie bisher, nur auf den beitragspflichtigen Anteil.

 

 



Augenoptiker- und Optometristenverband NRW
(Landesinnungsverband)
Ruhrallee 9
44139 Dortmund

Telefon 0231 55 22-100
Fax 0231 55 22-111
E-Mail info(at)aov-nrw.de ×